Bild: <a href="http://www.craftbierfest.at">Craft Bier Fest.</a>

Was soll ich am Craft Bier Fest Wien trinken?

Ab heute lockt das Craft Bier Fest Wien wieder mit hunderten Spezialitäten unzähliger Brauereien in die Marx Halle. Vorab wurde wieder eine Bierliste veröffentlicht, die mit fast 370 Einträgen umfassender kaum sein könnte.

Die Bierliste als PDF und XLS downloaden.

So eine Liste kann auf den ersten Blick manchmal fast etwas unübersichtlich wirken. Deshalb haben wir sie vorab für euch durchgesehen und ein paar Empfehlungen für Einsteiger*innen gesammelt.

Der Einstieg

Am besten beginnt man locker und arbeitet sich langsam vor. Wenn man sich noch nicht so lange in der Welt charakterstarker Biere bewegt, ist es leicht sich zuerst einmal zu überfordern. Zum Anfang soll’s etwas sein, das ganz klar ein Bier, wie man es kennt, ist – aber nicht vom Stand der BrauUnion. Wir beginnen also ganz easy mit dem Brauküche 35 Relax. Mit 3.4% Alkohol ein sehr leichtes Pils, das allerdings schon mit einem klar definierten Hopfenaroma in der Nase verwöhnt. Möchte man schon etwas stärker (5%) einsteigen sei das Next Level Brewing Frontman, die finale Version des Helles Prototype, empfohlen. Ein klassisches Trinkbier, allerdings ohne Bitterhopfung. Das ergibt ein sehr lockeres, extrem fruchtiges Helles, in das Alex und Johannes viel Arbeit und Zeit gesteckt haben – was sich gelohnt hat. Sie produzieren damit wahrscheinlich das beste hopfige Lager des Landes.

Die Steigerung

Jetzt aber mal weg von den Untergärigen. Mit dem Bevog Tak kann man nichts falsch machen. Das geht in Piran am Strand sitzend ebenso wie daheim bei einer Folge Game of Thrones oder eben hier. Das Tak ist ein Pale Ale, fruchtig aber auch bitter. Das ist schon weniger klassisch. Wer’s gern weniger bitter hätte, holt sich mit einem FrauGruber Green is Lord eines der besten Pale Ales, die Deutschland zu bieten hat. Trüb und sehr fruchtig ist es eine sehr moderne Interpretation des Stils, wie es im Zeitalter der New England IPAs in Mode ist.

Apropos IPA: Schon bereit? Der berühmteste Bierstil der letzten Jahre ist eine Spielwiese für Hopfen, von Tropenfrucht bis zu harzigeren, erdigeren Aromen. Ein IPA findet man bei fast jeder Brauerei der letzten Jahre, hier herausgestrichen sei mit dem Alefried Klabauter ein Klassiker. Süffig, bitter und fruchtig, mit einem schöne Malzkörper. Weniger bitter sollte das Braumanufaktur Schalken East Coast IPA sein. Das Bräuhaus Ten.Fifty hat als Kontrast ein West Coast IPA, das American Style IPA (mit Hopfen aus Slowenien) im Gepäck. Weniger tropisch, dafür mit mehr Pinie und klassischen Zitrusaromen.

Die Pause

Erstmal genug hopfiges getrunken? Als Zwischengang bietet sich ein Brew Age Chicxulub, hier mit Nitro (Stickstoff) gezapft, an. Man sieht sofort, wie die Karbonisierung sich konstant im Glas umschlägt. Das Chicxulub ist ein Oatmeal Stout, gehaltvoller und aromatischer als Guinness.

Vergesst nicht, immer wieder ordentlich Wasser zu trinken. Auch, wenn es sich um 0,1er-Samples handelt, es summiert sich. 😉 Bringt am besten eine eigene Wasserflasche mit, die ihr dann z.B. bei den Toiletten wieder befüllen könnt.

Was nun?

Was sich jetzt anbieten würde, wäre ein Ausflug in die Welt der Sauerbiere. Sauerbier ist – wie jedes andere Bier auch – acquired taste, man muss sich an den Geschmack erst einmal gewöhnen. Hier gibt es von leichten Berliner Weisse (BRLO MaMa Weisse, Collabs Sauerlump) über Trauben- und Zirben-Sauerbier (Alefried Mikrozirkus 19 – Wilder Chardonnay & Wilde Zirbe), Mostbier (Bierkanter Mostbi(e)rn), trockene Fruchtsours (Bevog Brut Fruit), saure Double IPAs (Bierol MK Ultra – absolute Empfehlung!) bis zum potenten Sauerbierklassiker aus der Schweiz (BfM Abbaye de Saint Bon-Chien) so ziemlich alles.

Empfehlenswert wäre wieder ein leichter Aufbau, man sollte aber nicht gleich zu viele am Stück trinken. Wir empfehlen deshalb, diese immer wieder zwischendurch einzustreuen, um die Geschmacksknospen wieder ein wenig aufzuwecken.

Was sonst?

Wer keine Lust auf Säure und stark aromatische Hopfung hat, kann sich durch verschiedene Saisons, Weizen, Pilsner und dunkle Biere kosten. Oder verbindet beide Seiten der Macht mit einem ordentlichen Black IPA, zum Beispiel dem der Beaver Brewing Co., oder dem Superfreunde The Future Looks Bright. Wer etwas Stärkeres möchte, findet vom Double IPA bis zu Imperial Stout und Barleywine ebenso alles, wonach das Herz begehrt. Und während die Empfehlungen hier sich großteils auf österreichische Brauereien beschränken, gibt es von den USA über Portugal bis Hong Kong vieles zu entdecken. Schön, so ein Craft Bier Fest.

Viel Spaß – und don’t drink and drive! Wien hat ein Top Öffi-Netzwerk, unzählige Taxis und nach Graz kommt ihr auch wieder mit dem Zug oder dem Flixbus.

Written by

Klemens

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