Was soll ich am Bevog Festival 2019 trinken?

Das Who Cares For Beer Festival 2019 der Bevog Brauerei findet diesen Samstag statt. Fünfzehn Brauereien mit 87 Bieren sind angekündigt. Wie bereits beim letzten Craft Bier Fest in Wien haben wir wieder keine Müh und Not gescheut und einen Guide mit Tipps für euch vorbereitet. Außerdem gibt’s die Bierliste für das Festival bei uns als Google Sheet, sortiert nach Brauerei, Alkoholgehalt und Stil.

Also: Wir sind gerade in Bad Radkersburg angekommen, steigen aus, kaufen uns das Festivalglas und ein paar Tokens und jetzt haben wir zwei Optionen. Entweder wir gehen es gemütlich an, oder wir suchen uns das ärgste Zeug heraus, getrieben von der Angst, dass das als erstes ausverkauft sein wird. In beiden Fällen gilt: Nehmt genug Wasser mit, schaut dass ihr davor ordentlich geschlafen und gegessen habt und seid für den Regenfall gewappnet.

Der Einstieg

Gerade angekommen hat man natürlich erst einmal Durst. Gut, denn das Festival dauert von 12 bis es eben so nach 24 Uhr irgendwann aus ist. Wer es zur Einstimmung gern klassisch hat, kann zum Reservoir Dogs Kromberger Pils (5%) greifen. Viel bayrischer wird slowenisches Bier nicht mehr. Gegen den Durst ist ein nettes Kellerbier, modern kaltgehopft, natürlich auch etwas feines. Das Fraugruber 24/7 (5,1% Alkohol) wurde vom Rezept her gerade überarbeitet, und ist ein feines, durststillendes, fruchtiges Kellerbier – allerdings obergärig, nicht untergärig.
Wer sich mit Kellerbier nicht lange aufhalten möchte, kann stattdessen zum Dry & Bitter Phase Curve (4,6%) greifen, einem ebenso modernen Session IPA – also hopfig und trüb. Dem ähnlich ist das Lervig Easy (4,5%), bei dem die Norweger vor allem in Sachen Konsistenz auch einfach alles richtig machen.

Der Aufstieg

Darauf kann man jetzt in beliebige Richtungen aufbauen. Auffällig sind dieses Jahr einige Biere mit Weinbezug, vom Riesling Sour Ale über Bier-Wein Hybriden zu Grape Ale. Auch Gruitbier ist eine Seltenheit und sollte auf der Liste der neugierigen Bierliebhaber*innen stehen. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, nicht gleich IPA auf IPA auf IPA folgen zu lassen. Ansonsten läuft man Gefahr, sie kaum noch unterscheiden zu können. Will man gemütlich etwas trinken ist das okay, will man verkosten und dabei die Biere differenziert betrachten hat man ein Problem.

Es gibt eine bunte Auswahl an Hazy IPAs. Das Augenmerk dieses Jahr liegt anscheinend darauf, möglichst double dry hopped anzubieten. Über die Limits der Kalthopfung haben wir schon einmal geschrieben, hier trennt sich oft Effekthascherei von Können. Es wird also interessant, diese Biere nebeneinander zu sehen. Daneben gibt es aber auch Roggen IPAs – wie das Beerbliothek Azzaccatack (6,9%) – oder saure IPAs mit Pfirsichen wie das Bierol MK Ultra Peach Edition. Dessen Version mit Mandarine war schon große Klasse. Auch Gose gibt es von 4-12 Prozent Alkohol.

Alternative Wege

Prinzipiell empfiehlt es sich, ein bisschen durchzumischen. Hat man das Gefühl, schon ein bisschen überhopft zu sein, zahlt es sich aus dazwischen ein Sauerbier oder dunklere, röstigere Biere einzustreuen, um dem Gaumen etwas Abwechslung zu geben. Man könnte das natürlich gleich kombinieren, indem man sich das Freigeist Plastic Jug Band (5%) holt, ein “Berliner Braunbier”, eine dunkle Interpretation einer Berliner Weisse. Das Dry & Bitter Hekseri (5,4%) ist ein Sauerbier mit gemischter Fermentation (wie … die meisten Sauerbiere). Das Straßenbräu Bullet Kit (6,9%) ist ein Saison, das in Zusammenarbeit mit Garage Brewing aus Barcelona entstanden ist.

Wie immer gilt: Don’t drink and drive. Hier gibt’s eine Liste mit Taxis. Schönes Festival und viel Spaß, wir sehen uns!

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Klemens

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